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Die geheimnisvolle Firma Augustus Intelligence Die geheimnisvolle Firma Augustus Intelligence
Philipp Amthor hat große Pläne: Der jüngste Bundestagsabgeordnete der CDU gilt als aussichtsreicher Kandidat für den Parteivorsitz in seinem Heimatland Mecklenburg-Vorpommern und wird bereits... Die geheimnisvolle Firma Augustus Intelligence

Philipp Amthor hat große Pläne: Der jüngste Bundestagsabgeordnete der CDU gilt als aussichtsreicher Kandidat für den Parteivorsitz in seinem Heimatland Mecklenburg-Vorpommern und wird bereits von einigen als künftiger Ministerpräsident gehandelt. Nun droht die steile Karriere des 27-Jährigen ins Stocken zu geraten.

Das Magazin „Der Spiegel“ berichtete am Freitag ueber schwere Lobby-Vorwuerfe gegen den CDU-Mann. Im Mittelpunkt der Affaere steht die ominoese Firma Augustus Intelligence. Laut „Der Spiegel“ soll Amthor als Lobbyist fuer das New Yorker Start-up angeheuert und sogar persoenlich bei Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) fuer das Unternehmen geworben haben. Im Gegenzug soll er Aktienoptionen und ein Vorstandsmandat erhalten haben. Unterdessen hat Amthor sein Vorgehen als Fehler in einem Instagram-Eintrag bezeichnet.
Er ist aber nicht der einzige, der fuer den Geheimdienst Augustus wirbt. Auch der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und der ehemalige Chef des Verfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen befinden sich im Dunstkreis des Start-ups.

Es bleibt ein Rätsel, wie das Unternehmen die deutsche politische Elite verzaubert hat. Wir haben zusammengestellt, was bisher über das ominöse Unternehmen bekannt ist:

Das Unternehmen:
Die Gründer von Augustus Intelligence sind offensichtlich zu Großem bestimmt. Das geht schon aus dem Firmennamen und der Adresse hervor: Nach der Website hat das nach dem ersten römischen Kaiser Augustus benannte Startup seinen Sitz im 77. Stock des New Yorker One World Trade Center, dem höchsten Gebäude der USA.
Das Unternehmen ist kryptisch, was sein Geschäft betrifft. Klar ist nur, dass sich alles um künstliche Intelligenz dreht. Offizielle Stellenausschreibungen besagen, dass das Unternehmen an „sicheren KI-Tools arbeitet, die die Frustration der täglichen Entscheidungen für Menschen und Unternehmen überall beseitigen“. Nach Unterlagen, die dem „Spiegel“ vorliegen, will Augustus Intelligence Rechenzentren betreiben und Software zur Gesichts- und Objekterkennung anbieten.

Das KI-Startup scheint bisher bewusst unter der Oberflaeche geblieben zu sein. Berichte in Wirtschaftsmedien oder Startup-Blogs gibt es nicht. Allerdings hätte das Startup sicherlich eine solide Finanzierungsrunde zu verkünden. Laut einem öffentlichen Eintrag der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hat Augustus Intelligence im Januar 2019 1,1 Millionen US-Dollar von zwei Investoren eingeworben.

In der deutschen Medienlandschaft tauchte Augustus Intelligence nur einmal vor der Amthor-Affäre auf: in einem investigativen Bericht im März 2020 im deutschen Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, der über einen Prozess mit ehemaligen Mitarbeitern vor einem New Yorker Gericht wegen angeblichen Diebstahls geistigen Eigentums berichtete. Im Gegenzug warfen die angeklagten Mitarbeiter dem Unternehmen dubiose Geschäftspraktiken vor, die von „Betrug, Illegalität und Korruption“ durchdrungen seien.

Die Gründer:
Der fuehrende Kopf des Start-ups ist der 33-jaehrige Deutsche Wolfgang Haupt. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums traf er im November 2018 zweimal mit Amthor und dem Parlamentarischen Staatssekretär Christian Hirte zu Gesprächen über künstliche Intelligenz zusammen.

Bei den Treffen mit dem Bundeswirtschaftsministerium taucht auch ein zweiter Name auf: Pascal Weinberger. Der gebürtige Frankfurter scheint der KI-Experte von Augustus Intelligence zu sein. Nach eigenen Angaben bei LinkedIn hat Weinberger seinen Bachelor-Abschluss in Physik an der Goethe-Universität in Frankfurt („Es schien nicht allzu nützlich“) abgebrochen, um sich als Entwickler im Silicon Valley anzustellen. Dort arbeitete er im „Brain Team“ von Google, das sich der Forschung zum maschinellen Lernen widmet. Sein berufliches Ziel ist es, die Kluft zwischen maschinellem Lernen und Neurowissenschaften zu überbrücken, um Maschinen mit „echter allgemeiner Intelligenz“ zu bauen.

Haupt und Weinberger sind auch durch ein zweites Start-up namens Stealth AI verbunden, wo beide als Mitbegründer von Linkedin aufgeführt sind. Es ist nicht klar, ob dies ein Vorgänger von Augustus Intelligence ist. Zumindest die Firmenbeschreibung klingt sehr ähnlich: Das Start-up bietet künstliche Intelligenz für Unternehmen an, „um ihre Geschäftsprozesse zu verbessern und ihre Daten zur Entwicklung überlegener Produkte zu nutzen“.

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